La Nina & El Niño

El Niño

El Niño ist eines der bekanntesten Wetterphänomene des Planeten. Die Ursache eines El Niño ist auf Verlagerungen der Innertropische Konvergenzzone (ITCZ) bzw. der Südpazifische Konvergenzzone (SPCZ) zurückzuführen. Das Gegenteil zu einem El Niño ist der La Nina.

Jahre ohne El Niño

Unter einer Konvergenzzone versteht man Bereiche, in welcher feuchte Luft großflächig aufsteigt, was wiederum zu großen Tiefdruckgebieten führt. Die innertropische Konvergenzzone ist ein Bereich nahe des Äquators, in welcher die Passat-Winde aus Nord und Süd zusammenlaufen. Aufgrund der Erddrehung und der damit verbundenen Corioliskraft werden die Passatwinde leicht nach Osten verschoben.

So entsteht der Nordost-Passat auf der Nordhalbkugel und der Südost-Passat auf der Südhalbkugel der Erde. Die innertropische Konvergenzzone verschiebt sich von Juli bis Januar von Nord nach Süd und wandert in den Folgemonaten wieder zurück (durch Sonnenstand während der Jahreszeiten bedingt). Diese Verlagerung ist zum Beispiel auch für den Monsun maßgeblich.

Im Ozean strömen gigantische Wassermassen von kalt nach warm und warm nach kalt, um einen Temperaturausgleich herzustellen. Vor der südamerikanischen Küste strömt kaltes Wasser aus der Antarktisregion zunächst in Richtung Äquator (Humbolt-Strom) und in der Nähe des Äquators in Richtung Westen (Südäquatorialstrom). Vor der Küste Australiens fließt das nun warme Wasser wieder in Richtung Antarktis (Ostaustralstrom) zurück. Der Antarktische Zirkumpolarstrom schließt letzten Endes das Kreislaufsystem zwischen Humbolt-Strom und Ostaustralstrom. Angemerkt sei an dieser Stelle noch, dass diese beschriebenen Strömungen auch stark von den jeweiligen Windrichtungen, der Meeresspiegelhöhe, dem Salzgehalt und der Erdrotation abhängen.

El nino Verlagergerung
 

 

 

 

 

 

Die südpazifische Konvergenzzone bezeichnet ein Tiefdruckgebiet östlich vor Indonesien. Hier steigt besonders im Sommer sehr warme und feuchte Luft auf. Auch die südpazifische Konvergenzzone verlagert sich im Zuge der Jahreszeiten. Bis zum Winter wandert die südpazifische Konvergenzzone südostwärts und verstärkt sich in diesem Zeitraum.

Eng mit der Südpazifische Konvergenzzone verbunden ist die sogenannte Walker Zirkulation.
Die Walker Zirkulation beschreibt den Zusammenhang zwischen der sich im Osten befindlichen südpazifischen Konvergenzzone und einem Hochdruckgebiet, welches stabil in Äquatornähe vor Südamerika liegt (nicht El Niño Jahre). Durch den Humbolt-Strom wird aus der Antarkis Region kaltes Wasser vor die Westküste Südamerikas transportiert. Die Wassertemperaturen vor der Westküste Südamerikas sind ca. 7-8 Grad geringer als auf den offenen Ozean, dadurch kühlt sich die Luft ab und es entsteht ein Hochdruckgebiet. In diesem Hochdruckgebiet sinken die Luftmassen großräumig ab und die Luft wird adiabatisch erwärmt. Eine Kondensation und Wolkenbildung ist in dieser Zone nicht möglich. In Bodennähe strömt die Luft aus dem Hochdruckgebiet heraus und strömt nun wieder in Richtung des Tiefdruckgebietes. Die Temperatur- und Druckunterschiede zwischen dem Tiefdruckgebiet und Hochdruckgebiet führen zu einer parallel zum Äquator verlaufenden Luftströmung. Der mit dieser Luftströmung entstehende Wind führt an der Westküste Südamerikas zum Abtransport des kalten Wassers des Holbolt-Stroms in Richtung offenes Meer (Südäquatorialstrom). Vor der Küste Australiens bewirkt dieser Effekt einen um 40 Zentimeter höheren Meeresspiegel.

El Niño Jahre

El Niño

Das Phänomen des El Niño (das Christuskind) gilt bis heute, als nicht restlos erforscht. Prinzipiell gelten aber die Veränderungen in der Lage der Innertropische Konvergenzzone und südpazifische Konvergenzzone als Hauptmerkmal für das Auftreten des El Niño Ereignisses. Als Vorhersagemerkmal eines El Niño Ereignisses wird heute vielfach der Southern Oscillation Index (SOI) herangezogen. Hierbei handelt es sich um einen statistisch berechneten Wert, der sich aus der Differenz des Luftdrucks zwischen Tahiti und Darwin (Australien) über einen Monat zum einen und zum anderen aus dem Durchschnitt desselben Wertes (Differenz Tahiti und Darwin) über einen möglichst langen Zeitraum des gleichen Monats ergibt. Aus diesem Wert lassen sich Rückschlüsse über die Stärke der Passatwinde ableiten.

Ist der Southern Oscillation Index (SOI) negativ, geht man davon aus, dass sich die Passatwinde abschwächen und sich die südpazifische Konvergenzzone weiter nach Süd-Osten verlagert. Je nachdem wie stark der Südost-Passat nachlässt, kann es dazu kommen, dass der Humbolt-Strom zum Erliegen kommt.

Die Kaltwasserzunge, welche sich in normalen Jahren von der Westküste Südamerikas Richtung offenes Meer erstreckt, beginnt sich zu erwärmen. Als Folge dieser Erwärmung kann sich das Hoch über Südamerika abschwächen bzw. in ein Tief umwandeln.

Die Erwärmung des Oberflächenwassers führt weiter dazu, dass der Meeresspiegel vor der Küste Südamerikas um ca. 20 cm steigt. Die Thermokline (Grenzschicht zwischen warmen und kalten Wasser) fällt in diesem Gebiet um 50 Meter. Mit den steigen Temperatur kehrt sich die Walker Zirkulation um.

Das Tief, welches sich nun an der Westküste Südamerikas befindet, sorgt für heftige Niederschläge und zahlreiche Überschwemmungen. Da sich auch die Thermokline gesenkt hat, wird kein nährstoffreiches Wasser im Küstenbereich an die Oberfläche befördert.

Als Folge dessen wandern viele Fische aus der Region ab und die Fischerei kommt zum Erliegen. Der Rückgang der Fischbestände schädigt aber auch andere Tierarten (z. B. Robben), welche nun zum Teil verhungern. Das Tiefdruckgebiet führt weiter dazu, dass sich vor Mexico häufiger und vor allem auch stärke Hurrikans bilden können. In Indonesien und Australien herrscht bei dieser Wetterlage meist eine große Dürre. Große Flächen fallen während dieser Zeit Wald- und Buschbränden anheim.

El nino Ausdehnung

El Niño Wetterlagen sind recht unregelmäßig und schwanken zwischen 3 bis 7 Jahren. Aufgrund der sehr komplexen Zusammenhänge, welche das El Niño Ereignis bedingen, sind einige Sachverhalte in diesen Artikel etwas vereinfacht dargestellt, sollten dem Leser aber dennoch einen hinreichenden Einblick zum El Niño Phänomen vermitteln. Falls wir Ihr Interesse an dem Wetter-Phänomen des Süd-Pazifik geweckt haben sollten, können wir Ihnen auch den Artikel „La Niña“ empfehlen, der das Gegenteil zu El Niño ist.

El Niño Prognose für 2012/2013

Das Australian Bureau of Meteorology rechnet für das Jahr 2012/2013 mit einem eher schwach ausgeprägten El Niño. Momentan deutet der SOI-Wert daraufhin, dass es im Januar 2013 einen eher moderaten El Niño Effekt geben könnte.

Montag, 13 August 2012 20:38
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