G7-Finanzminister & Steuerflucht

Beim G7-Treffen in der Nähe von London zeichnet sich eine Einigung bezüglich Steuerflucht und Steuerhinterziehung ab!

G7-Finanzminister Treffen in AylesburyAm Wochenende trafen sich die Vertreter von sieben Industrieländern in Aylesbury, welches knapp 50 km von London entfernt ist. Die Finanzminister und Notenbankchefs der teilnehmenden Länder erörterten verschiedene Aspekte der globalen Wirtschaftspolitik. Im Mittelpunkt der Gespräche standen unter anderen die Konjunkturflaute, Japans Geldpolitik und die weltweite Steuerflucht.

Der britische Finanzminister Osborne sprach sich beim G7 Treffen in Aylesbury für eine Zusammenarbeit in Steuerfragen aus!

Der britische Finanzminister Osborne erklärte im Anschluss an die Konferenz, dass es sich um ein erfolgreiches und konstruktives Treffen gehandelt habe. Besonders lobte der britische Finanzminister die Einigkeit, gemeinsam gegen die internationale Steuerflucht und Steuerhinterziehung vorzugehen. "Es ist unglaublich wichtig, dass Unternehmen und Bürger die Steuern zahlen, die zu zahlen sind", so Osborne! Noch immer gehören viele der internationalen Steueroasen zu britischen Überseegebieten bzw. britischen Kronbesitz. Umso wichtiger scheint das Einlenken der britischen Regierung bezüglich der Steuerproblematik. Zwar besitzen viele der Überseegebiete eine autonome Regierung doch die Abhängigkeit von Großbritannien ist so stark, dass London einen entsprechenden Druck auf seine Überseegebiete ausüben kann. Insbesondere die britischen Kanalinseln Jersey und Guernsey sowie die Jungferninseln und die Kaiman-Inseln in der Karibik zeigen erste Bereitschaft, den Austausch von Steuerdaten zu ermöglichen. Auch die Schweiz und Österreich signalisieren, Bankkundendaten mit ausländischen Steuerbehörden auszutauschen. Die Finanzministerin der Schweiz sprach sich für einen Datenaustausch an den weltweit bedeutendsten Finanzplätzen aus. Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble setzte sich in Aylesbury für einen automatischen Informationsaustausch für alle Arten von Kapitalerträgen ein und schlug vor, dieses zu einem internationalen Standard zu machen.

Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble beim G7-Treffen Die internationale Zusammenarbeit bei der Schließung von Steuerschlupflöchern, Steuerhinterziehung bzw. Steuerflucht gehört heute angesichts leerer Staatskassen zu einem der dringendsten Probleme der zivilisierten Welt. Noch scheint es fraglich, ob die Zusammenarbeit zwischen den Ländern die notwendigen Voraussetzungen dafür schaffen kann, dieses Problem zu beseitigen. Insbesondere der asiatische Raum bietet Steuersünder sowie international tätigen Firmen, noch ausreichend Gelegenheit Steuern zu hinterziehen. Auch die weltweiten unterschiedlichen Richtlinien zur Besteuerung von Unternehmen führen dazu, dass Steuern nicht immer in jenen Ländern bezahlt werden, in welchen die Firmen ansässig sind, sondern dort wo die geringsten Steuern anfallen.

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