Halbzeit Doha 2012 | Zeit für eine Wende?

Protokoll der Unwilligkeit?

Halbzeit UNO-Klimagipfel Doha | top-solar-info

Es ist Halbzeit bei der Klimakonferenz in Doha und schon jetzt scheint absehbar, dass man sich nicht auf Ziele einigen kann, die eine Klimaerwärmung von 2 °Celsius entsprechen. Die oberste Klimadiplomatin der Vereinten Nationen Christiana Figueres zeigte sich enttäuscht von dem öffentlichen Interesse und Unterstützung, um Regierungen zu "ambitionierten und mutigen Entscheidungen" zu bewegen. Ein Scheitern der Verhandlungen könnte nach neueren wissenschaftlichen Untersuchungen eine Klimaerwärmung von 5 °Celsius bis zum Jahr 2100 zur Folge haben. Damit sind weitreichende Folgen und Kosten verbunden.

 

Die Eisschilde, sowohl in Grönland als auch der Antarktis schmelzen mit einem immensen Tempo. Diese beiden Polarregionen verlieren heute dreimal soviel Masse, wie noch vor 20 Jahren. In Grönland ist der Masseverlust noch dramatischer, da er sich hier seit 1990 verfünffacht hat. Das Abschmelzen dieser Regionen trug seit 1992 zu einem Meeresspiegelanstieg von 11 Millimetern bei. Sollten die Eismassen in Grönland komplett abschmelzen, hätte dies einen Meeresspiegelanstieg von 7 Metern zur Folge. Die Auswirkungen des Klimawandels führen in dieser Region schon heute zu Schäden am Ökosystem.

Dürren, die schon heute in einigen Teilen der Welt zu Hungerskatastrophen führen, würden in den nächsten Jahrzehnten zunehmen. Welche Teile der Welt davon betroffen wären, lässt sich heute noch nicht genau prognostizieren. Die hohen Temperaturen im Sommer 2012 führten in den USA zu massiven Ernteausfällen, zum Verdursten des Tierbestandes sowie zu einem Anstieg der Verbraucherpreise. Wasser, die Lebensgrundlage des Menschen könnte auch in gemäßigteren Regionen zu einem raren Gut werden und selbst die Industrieproduktion bedrohen, falls es als Kühlmittel nicht mehr in ausreichender Menge zur Verfügung steht.

12/2012 Klimakonferenz Doha | top-solar-info

Ein Anstieg des Meeresspiegels bedroht ganze Küstenlandstriche und unzählige Großstädte. Ein Verlust der Ackerfläche würde die Versorgung der Weltbevölkerung enorm gefährden. Die Kosten für einen adäquaten Hochwasserschutz wären wahrscheinlich höher, als jetzt die Reduzierung der Treibhausgasbelastung.

Wetterextreme richten schon heute große Schäden an und belasten selbst große Versicherungen.

Sicher könnte man an dieser Stelle noch etliche weitere Folgen der globalen Erwärmung anführen, aber ich überlasse es den interessierten Leser, sich weiter zu informieren.

12/2012 UNO-Klimagipfel Doha | top-solar-info

Wünschenswert und erforderlich wäre, dass der UNO-Klimagipfel in Doha nicht ohne Ergebnisse zu Ende geht. Zu groß sind die Gefahren, die mit einer Klimaänderung verbunden sind. Die Zahlen belegen, dass dringender Handlungsbedarf besteht. So ist der CO2-Ausstoß zwischen 1990 und 2011 um 58 Prozent gestiegen. Die Zuwachsrate bei den Treibhausgas-Emissionen liegt derzeit bei jährlichen 3,1 Prozent. Mit einer jährlichen Gesamtmenge von 35,6 Gigatonnen Treibhausgasen sorgt die Menschheit dafür, die Umwelt nachhaltig zu schädigen. Fortschritt sollte nicht verantwortungslos stattfinden. Insbesondere Länder wie China, die USA, die Europäische Union und Indien, die zu den größten Verursachern zählen, sind aufgefordert, zu einem positiven Ausgang der Verhandlungen in Doha 2012 beizutragen.

Freitag, 28 Dezember 2012 21:59
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