Rente mit 67, Sigmar Gabriel geht auf Distanz!

Rente mit 67, Parteichef der SPD Sigmar Gabriel geht auf Distanz!

rente-mit-67 | Wo hat die deutsche Politik versagt?

Rente mit 67: Scheinbar ist es dem SPD-Parteichef im Vorwahlkampf sogar möglich, sich auf die Bedeutung des Parteinamens zu besinnen. Noch während der Großen Koalition von CDU und SPD führten die Genossen die Rente mit 67 ein. Gegenüber der „Rheinischen Post“ äußerte sich Sigmar Gabriel jetzt jedoch kritisch, was den momentanen Eintritt ins Rentenalter mit 67 anbetrifft. Für den Fall einer Regierungsübernahme durch die SPD müsse eine Aussetzung der beschlossenen Anhebung des Rentenalters erwogen werden. Als stichhaltiges Argument führte er an, "Wenn die Unternehmen weiterhin öffentlich über Fachkräftemangel klagen, aber die über 60-Jährigen aus dem Betrieb drängen, dann wird man die Lebensarbeitszeit nicht einfach heraufsetzen können", so Gabriel. Dies wäre "am Ende nichts anderes als eine flächendeckende Rentenkürzung".

 

Natürlich zieht sich dieses plötzliche „Gutmenschentum“ durch alle etablierten Parteien. Selbst die FDP und CSU entdecken plötzlich, dass es die Menschen sind, die Sie wählen und nicht die „oberen Zehntausend“. Inwieweit Sie Willens sind, ihren schwammigen Reden auch Taten folgen zu lassen, bleibt abzuwarten. Die Verbesserung der Lebenssituation der breiten Masse der Bevölkerung war in letzen drei Jahren definitiv nicht das Lieblingsthema von deutschen Politikern. Auch hat sich die deutsche Regierung innenpolitisch zu einem dreijährigen Tiefschlaf hinreißen lassen, was eine desolate Umwelt-, Bildungs- und Wirtschaftspolitik zu Folge hatte.

Die Herabsetzung des Renteneintrittsalters wäre schon aus humanitären Gesichtspunkten mehr als notwendig, hat sich doch die Arbeitsbelastung jedes einzelnen Menschen in den letzten Jahren immer weiter erhöht. Neben den rein körperlichen Belastungen sind aber auch die physischen Belastungen im Arbeitsprozess und Lebensumfeld immer weiter gestiegen. Die zunehmende Anzahl der physischen Erkrankungen in Deutschland ist ein klares Signal, dass die Politik versagt hat, menschwürdige Rahmenbedingungen in den Unternehmen durchzusetzen.

Auch die existenziellen Ängste werden durch Lohndumping, asoziale Arbeitsbedingungen, Minderung der Sozialleistungen und nicht zuletzt durch das Verschleudern von Steuergeldern immer weiter forciert. Im Jahr 2010 war schon jeder zweite Rentenanwärter ein Frührentner und muss nun mit einer geminderten Rente auskommen.

Absolut problematisch ist aber auch, das hohe Renteneintrittsalter mit fehlenden Fach- und Führungskräften sowie mit dem demografischen Wandel in unserer Gesellschaft zu begründen. Diese beiden Argumente sind nicht zuletzt die totale Bankrotterklärung, die jede Regierung Deutschlands der letzten Jahrzehnte unterschreiben kann. Keine Regierung war in der Lage von der neoliberalen Politik abzuweichen und hat so implizit die Weichen dafür gestellt, dass wir heute in Gesellschaft leben, die mit diesen Problemen zurechtkommen muss.

Samstag, 20 Oktober 2012 21:44
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